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Archiv - Steuertipps 2013

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2013 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Sprachkurs in Italien zählt nur bei konkretem Berufsbezug...

Datum: 27.03.2013 | Rubrik: Werbungskosten
Aufwendungen für einen Italienisch-Sprachkurs in Rom absolviert wurde lassen sich nicht als Werbungskosten absetzen. Das gilt dann ebenfalls für das Kursmaterial und die Reise- und Übernachtungskosten. Dies hat das Finanzgericht Köln in seinem Urteil entschieden (Az. 7 K 2764/08): Aufwendungen für einen Sprachkurs im Ausland stellen ohne konkrete Verbindung zum derzeitigen oder zu einem angestrebten neuen Job keine Werbungskosten dar. Das gilt auch dann, wenn der Kurs der Qualifizierung für eine neue Arbeitsstelle allgemein dienlich sein könnte, betonten die Richter. Alternativ kann die Reise für die bisherige Tätigkeit notwendig sein, weil die Sprache etwa vom Chef gefordert wird.

Faustregel:

Besteht auch ein konkreter Zusammenhang mit aktuellen oder späteren steuerpflichtigen Einnahmen, sind Aufwendungen für Sprachkurs sowie die damit zusammenhängenden weiteren Reisekosten wie Fahrt/Flug, Hotel und Seminarunterlagen ebenfalls nicht anzuerkennen. Sie teilen das Schicksal der Beurteilung des Kurses pro oder gegen (vorweggenommene) Werbungskosten.

Zwar räumten Gerichte und auch die Finanzverwaltung ein, dass Fremdsprachenkenntnisse im Berufsleben allgemein immer wichtiger geworden sind und sie die erfolgreiche Suche nach einer neuen Arbeit erleichtern können. Dieser Umstand allein reicht jedoch für den Werbungskostenabzug noch nicht aus. Entsprechendes gilt auch für allgemeine Hinweise an einen potentiellen neuen Arbeitgeber auf vorhandene Kenntnisse in verschiedenen Sprachen. Denn alleine die bloße Darstellung des eigenen Könnens ist noch kein hinreichend konkreter Bezug zu einer aktuellen oder späteren neuen Tätigkeit. Erforderlich hierfür sind schon konkrete Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern, bei denen Kenntnisse - wie im Urteilsfall - in italienischer Sprache für die dortige Arbeit von Bedeutung sind oder die solche möglicherweise sogar fordern.

Bei einem Lehrgang zum Erwerb oder zur Vertiefung von Fremdsprachenkenntnissen, der nicht am Wohnort des Berufstätigen oder in seiner Nähe stattfindet, ist generell zu bestimmen und zu prüfen, ob die mit dem Sprachkurs verbundene Reise beruflich veranlasst und demzufolge als Werbungskosten abziehbar sind. Der vollständige Abzug setzt voraus, dass die Reise
  • nahezu ausschließlich der beruflichen Sphäre zuzuordnen ist und

  • die Verfolgung privater Reiseinteressen keinen Schwerpunkt bildet.
Liegt hingegen einer Tour kein unmittelbarer beruflicher Anlass zugrunde, sind die mit dem Sprachkurs verbundenen Reisekosten aufzuteilen, sofern der erwerbsbezogene Anteil nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Das hatte der Bundesfinanzhof in einem Grundsatzbeschluss aus dem Jahre 2009 (Az. GrS 1/06, BStBl. II 2010, 672) festgelegt und als Aufteilungsmaßstab für solche doppelmotivierten, gemischten Reisekosten grundsätzlich das Verhältnis der beruflichen und privaten Zeitanteile der Reise als Aufteilungsmaßstab vorgegeben.

Bei Auslandsreisen ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass eine Sprache in dem Land, in dem sie tatsächlich auch gesprochen wird, im Allgemeinen effizienter als im Inland zu erlernen ist - etwa wegen der
  • Besonderheiten der Fremdsprache,

  • landesüblichen Aussprache und

  • Betonung in der Aussprache.
Dabei darf nicht darauf abgestellt werden, dass ein Besuch von Sprachkursen im Inland den gleichen Erfolg hätte haben können oder ein Auslandsaufenthalt erhöhte Kosten verursachen kann. Dafür bleibt allerdings der touristische Wert des Aufenthalts nicht unbeachtet. Denn die Wahl des auswärtigen Kursortes ist regelmäßig auch von privaten, in der Regel touristischen Interessen bestimmt.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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