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Archiv - Steuertipps 2013

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2013 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Auch bei Zweitwohnung in Nähe des Familienwohnsitzes

Datum: 18.09.2013 | Rubrik: Doppelte Haushaltsführung
Eine beruflich begründete doppelte Haushaltsführung kann auch dann vorliegen, wenn die Zweitwohnung näher am Familienwohnsitz als an der Arbeitsstätte liegt. Dies zeigt ein Urteil des Finanzgerichts (FG) Münster, gegen das allerdings bereits Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt wurde (VI R 59/13).

Der Kläger ist als Professor an einer Universität beschäftigt. Der Ort, an dem er mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern lebt, liegt etwa zwei Stunden von seiner Arbeitsstätte entfernt. Aus diesem Grund hatte er ursprünglich eine Zweitwohnung in der Nähe der Universität. Diese gab er jedoch auf und bezog eine neue Zweitwohnung, die 83 Kilometer von der Universität, aber nur 47 Kilometer vom Familienwohnsitz entfernt liegt.

Das beklagte Finanzamt erkannte keine Kosten für eine doppelte Haushaltsführung an, da die Zweitwohnung aufgrund der zu großen Entfernung nicht als Wohnung am Beschäftigungsort des Klägers angesehen werden könne. Die Entfernung zur Familienwohnung sei für die Wahl der Zweitwohnung zumindest mitbestimmend gewesen. Hiergegen wandte der Kläger ein, dass die Zweitwohnung besonders verkehrsgünstig gelegen sei und er die Universität innerhalb von 50 Minuten erreichen könne. Darüber hinaus verfüge der Ort der Zweitwohnung auch über in seinem Fachbereich sehr gut ausgestattete Bibliotheken, die er drei bis fünf Mal pro Monat aufsuche.

Das FG gab der Klage statt. Für eine aus beruflichem Anlass begründete doppelte Haushaltsführung sei erforderlich, dass der Arbeitnehmer «am Beschäftigungsort» wohne. Hierfür sei nicht eine Wohnung in der politischen Gemeinde der Arbeitsstätte erforderlich. Es reiche aus, dass die Wohnung in deren Einzugsgebiet liege. Maßgeblich sei, dass die Arbeitsstätte von dort aus in zumutbarer Weise täglich aufgesucht werden könne. Dies sei bei einer Fahrzeit von 50 Minuten pro Strecke trotz der Entfernung von 83 Kilometern der Fall. Da der Kläger auch die vor Ort liegenden Bibliotheken beruflich nutze, komme dem Umstand der günstigen Lage zum Familienwohnsitz kein überlagerndes Gewicht mehr zu.

Finanzgericht Münster, Urteil vom 27.06.2013, 3 K 4315/12 E
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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