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Archiv - Steuertipps 2012

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2012 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Steuer für die Fahrten zur Arbeits- oder Betriebsstätte...

Datum: 21.05.2012 | Rubrik: Pendelfahrten
Pendeln Arbeitnehmer mit dem vom Arbeitgeber unentgeltlich überlassenen Firmenwagen ins Büro, gilt dies als geldwerter Vorteil. Die monatliche Lohnsteuer ermittelt die Firma pauschal mit 0,03 Prozent vom Bruttolistenpreis inklusive Zusatzausstattung pro Entfernungskilometer. Das muss aber nicht sein. Denn nach einem Anwendungserlass des Bundesfinanzministeriums darf jetzt eine günstigere Berechnung verwendet werden, wenn es nur zu gelegentlichen Fahrten von der Wohnung in den Betrieb des Arbeitgebers kommt (Az. IV C 5 - S 2334/08/10010). Auslöser hierfür war, dass der Bundesfinanzhof die zuvor strenge Sichtweise in mehreren Urteilen kritisiert hatte, wenn ein Arbeitnehmer den ihm von seinem Chef zur Verfügung gestellten Dienstwagen nur wenige Tage im Monat für die Fahrt zur Arbeitsstätte nutzt. Dann sollte sich der geldwerte Vorteil nur nach der tatsächlichen Nutzung des Pkw und nicht nach der pauschalen und überhöhten Berechnung des Fiskus ermitteln lassen.

Die Oberfinanzdirektion Magdeburg weist nun in einer aktuellen Verfügung (Az. S 2145 – 36 – St 213 V) darauf hin, dass nach einem Beschluss der Einkommensteuerreferatsleiter der obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder diese neuen Grundsätze nicht im Rahmen der Gewinneinkünfte (Land- und Forstwirtschaft, gewerbliche und freiberufliche Einkünfte) anzuwenden sind, da der Bundesfinanzhof über keinen betrieblichen Sachverhalt entschieden hatte. Damit bleibt es bei der Ermittlung des Kürzungsbetrages für die abziehbaren Betriebsausgaben dabei, dass pauschal 0,03 Prozent des Listenpreiseses je Kalendermonat für jeden Entfernungskilometer in Ansatz gebracht werden, die den Gewinn nicht mindern dürfen.

Arbeitnehmer hingegen können jetzt die Alternative verwenden, indem sich der geldwerte Vorteil nach den tatsächlich durchgeführten Strecken bemisst. Das berechnet sich je Entfernungskilometer und Fahrt mit lediglich 0,002 Prozent des Listenpreises und nicht mehr mit 0,03 Prozent im Monat. Das können Arbeitnehmer beim Finanzamt geltend machen und so zu weniger Steuern kommen. Der Arbeitgeber darf diese Alternativberechnung beim Lohnsteuerabzug ebenfalls berücksichtigen, er ist hierzu aber nicht verpflichtet- Er kann daher weiter die Pauschalregel (0,03 Prozent x Entfernungskilometer x Monat) als Zuschlag ansetzen, muss aber in Abstimmung mit dem Angestellten die Anwendung für jedes Jahr einheitlich festlegen. Der Arbeitnehmer darf dann bei seiner Veranlagung zur Einkommensteuer die Methode einheitlich für das gesamte Kalenderjahr wechseln, wenn er dem Finanzamt nachweist,
  • an welchen konkreten Tagen er das betriebliche Kfz tatsächlich für die Fahrt zur Arbeitsstätte genutzt hat und

  • in welcher Höhe der Arbeitgeber den Zuschlag mit 0,03 % des Listenpreises ermittelt und versteuert hat - etwa durch die Gehaltsabrechnung oder eine gesonderte Bescheinigung des Arbeitgebers.
Faustregel: Der Ansatz mit pauschal 0,03 Prozent für jeden Monat geht von der typisierenden Annahme des Gesetzgebers aus, dass der Angestellte seine Arbeitsstätte an 15 Tagen im Monat oder an 180 Tagen im Kalenderjahr aufsucht. Diese Regelung wirkt sich in der weit überwiegenden Zahl der Fälle in erheblichem Maße zugunsten der dienstwagennutzenden Arbeitnehmer aus. Sie berechnen ihren geldwerten Vorteil auch dann für 180 Tage jährlich, wenn die tatsächliche Nutzung im Regelfall bei 220 bis 230 Jahresarbeitstagen liegt. Liegt die Anzahl der Pendelfahrten darunter, ist die neue Einzelbewertung mit 0,002 Prozent je Fahrt günstiger.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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