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Archiv - Steuertipps 2012

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2012 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Kein Abzug von Betriebsausgaben für PKW-Oldtimer...

Datum: 07.03.2012 | Rubrik: Gewinnermittlung
Aufwand für einen betrieblich genutzten PKW-Oldtimer darf wie der für Jagd, Fischerei Segel- oder Motorjachten den betrieblichen Steuergewinn nicht mindern. Dies hat der Bundesfinanzhof in einem Beschluss Urteil entschieden und das gilt insbesondere dann wenn der Wagen kaum bewegt wird (Az. I B 42/11). Denn nach Ansicht der Richter weist ein solcher Oldtimer eine ähnliche Nähe zur privaten Lebensführung aufweist wie die übrigen Aufwendungen, die dem gesetzlichen Abzugsverbot unterliegen. Das hatte der Bundesfinanzhof jüngst bereits für Oldtimer-Flugzeuge entschieden.

Bei den in der Verbotsvorschrift des Paragraph 4 Absatz 5 des Einkommensteuergesetzes beispielhaft aufgezählten Repräsentationsaufwendungen liegt die Wahrscheinlichkeit auf der Hand, dass sie die private Lebensführung berühren. Aus der Gesetzesbegründung ergibt sich, dass diese Aufwendungen generell nicht abziehbar sein sollen, weil sie bereits ihrer Art nach als unangemessen anzusehen sind, wenn sie einer sportlichen Betätigung dienen, für die Unterhaltung von Geschäftsfreunden genutzt werden oder für Freizeitgestaltung und Repräsentation herangezogen werden. Das hat wenig mit betrieblich veranlassten Kosten zu tun.

Es ist nicht ersichtlich, weshalb ein Kfz nicht auch der Repräsentation der Firma dienen könnte. Es widerspräche nämlich dem verfolgten Vereinfachungszweck, wenn Finanzbeamte für die Frage des Abzugs zu prüfen hätten, ob Werbezwecke im Vordergrund stehen oder ob die Präsentation der Unterhaltung von Geschäftsfreunden oder der Befriedigung einer Neigung des Unternehmers dient. Diese Abgrenzung zu vermeiden ist gerade das Ziel des Abzugsverbots im Einkommensteuergesetz. Das greift jedenfalls immer dann ein, wenn ein in der Vorschrift genanntes Wirtschaftsgut in einer Weise eingesetzt wird, die bei pauschalierter Betrachtung dazu geeignet ist, Geschäftsfreunde zu unterhalten oder privaten Neigungen nachzugehen. Ob dies im Einzelfall tatsächlich gegeben ist, ist dann nicht mehr zu prüfen, stellten die Richter klar.

Vor diesem Hintergrund sind Aufwendungen für den Oldtimer ihrer Art nach als unangemessener Repräsentationsaufwand anzusehen. Auch die betrieblichen Fahrten dienten der Darstellung des Unternehmens in der Öffentlichkeit und sind der Freizeitgestaltung zuzurechnen. Ein solches Liebhaberauto bietet einerseits nicht den Komfort und den Sicherheitsstandard eines Neuwagens, ist andererseits aber geeignet, infolge seines äußeren Erscheinungsbildes als Prototyp eines Sportwagens, seiner Motorisierung, der Seltenheit im heutigen Straßenbild sowie seines Alters ein persönliches Interesse beim Halter auszulösen, seinen privaten Neigungen nachzugehen.

Praxishinweis: Zwar kann der Kauf des betagten Autos zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigen. Die Berechtigung zum Vorsteuerabzug bedeutet aber nicht, dass damit die Anwendung des Betriebsausgabeabzugsverbot ausgeschlossen wäre.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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