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Archiv - Steuertipps 2012

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2012 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Keine Lohnsteuer für vermutete Privatfahrten...

Datum: 09.01.2012 | Rubrik: Dienstwagen
Bei Gehaltsverhandlungen ist er ein beliebtes Extra, bei der Lohnabrechnung eher ein Ärgernis: Der Firmenwagen mindert den Nettolohn und führt bei schlechter Gestaltung zu hohen Abgaben. Denn die Privatnutzung des Betriebs-Pkw behandelt das Finanzamt als geldwerten Vorteil und die Firma ermittelt den in der Regel pauschal mit einem Prozent vom Listenpreis inklusive der Zusatzausstattung. Den können Firma und Fahrer aber vermeiden. Steht der Wagen nur für Dienstfahrten zur Verfügung, fällt keine Lohnsteuer an. Hierzu war früher notwendig, dass der Arbeitnehmer ein Fahrtenbuch führt oder den Wagen nach Feierabend zwingend im Betrieb abstellen muss.

Nach einem am 28. Dezember 2011 veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhofs (VI R 56/10) reicht es reicht es aber völlig aus, wenn laut Arbeitsvertrag eine Privatnutzung unzulässig ist. Der Betrieb muss noch nicht einmal überprüfen, ob das Fahrverbot eingehalten wird. Zwar spricht die allgemeine Lebenserfahrung nach Ansicht der Richter beim überlassenen Firmenwagen auch für Privatfahren. Dies kann aber von Betrieb oder Angestelltem durch den Gegenbeweis entkräftet werden. Ausreichend als Nachweis hierfür kann bereits sein, wenn der Arbeitnehmer einen Firmenwagen lediglich für betriebliche Zwecke sowie für die Fahrten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte nutzt. Dann ist die pauschale Ein-Prozent-Regelung nicht anwendbar.

Im jetzt entschiedenen Urteilsfall war der Arbeitnehmer in einem Autohaus als Verkäufer beschäftigt und ihm stand ein Firmen-Pkw für Probe- und Vorführfahrten zur Verfügung. Darüber hinaus durfte er diese Wagen auch für die Fahrten zwischen den eigenen vier Wänden und dem Arbeitsort benutzen. Ein Fahrtenbuch führte er nicht. Das Finanzamt ging deshalb davon aus, dass die Ein-Prozent-Regelung pauschal anzuwenden sei. Einspruch und Klage dagegen blieben ohne Erfolg.

Zwar führt zu einem als Lohnzufluss zu erfassenden steuerpflichtigen Nutzungsvorteil des Arbeitnehmers, wenn der Arbeitgeber ihm unentgeltlichen oder verbilligt einen Dienstwagen auch zur privaten Nutzung überlässt. Das gilt aber nur insoweit, als die Überlassung dem Grunde nach feststeht. Deshalb setzt die Anwendung der Ein-Prozent-Regelung voraus, dass tatsächlich ein Dienstwagen zur privaten Nutzung überlassen wurde.

Allein die Nutzung für Pendelfahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte begründet dabei noch keine Überlassung zur privaten Nutzung, so die Richter. Denn pendeln Arbeitnehmer mit dem vom Arbeitgeber unentgeltlich überlassenen Firmenwagen ins Büro, gilt dies als zusätzlicher geldwerter Vorteil. Die monatliche Lohnsteuer ermittelt die Firma dann pauschal mit 0,03 Prozent vom Listenpreis pro Entfernungskilometer. Kommt es nur zu gelegentlichen Fahrten von der Wohnung in den Betrieb des Arbeitgebers, bemisst sich der geldwerte Vorteil nach den tatsächlich durchgeführten Strecken. Das berechnet sich je Entfernungskilometer und Fahrt mit lediglich 0,002 und nicht 0,03 Prozent des Listenpreises im Monat.

Der Arbeitgeber darf diese Alternativberechnung beim Lohnsteuerabzug berücksichtigen, er ist hierzu aber nicht verpflichtet- Er kann daher weiter die Pauschalregel (0,03 Prozent x Entfernungskilometer x Monat) als Zuschlag ansetzen, muss aber in Abstimmung mit dem Angestellten die Anwendung für jedes Jahr einheitlich festlegen. Der Arbeitnehmer darf dann bei seiner Veranlagung zur Einkommensteuer die Methode einheitlich für das gesamte Kalenderjahr wechseln.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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