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Archiv - Steuertipps 2012

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2012 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Auch Freiberufler müssen schwarze Zahlen schreiben...

Datum: 15.11.2012 | Rubrik: Liebhaberei
Eine nebenberuflich ausgeübte freiberufliche Tätigkeit darf der Fiskus als steuerlich unbeachtliche Liebhaberei ansehen, wenn der Selbstständige über Jahre hinweg Verluste erzielt und wenig Bemühungen nachweisen kann, dass er aktiv nach Absatzmöglichkeiten gesucht hat. Dieser Tenor aus drei Urteilen vom Finanzgericht Münster (Az. 7 K 3913/09 E, 7 K 1731/10 E, 7 K 2134/11 E) hat zur Folge, dass sich die tatsächlich erwirtschafteten Verluste nicht von der Steuer absetzen lassen. Dies ist besonders dann ärgerlich, wenn der Selbstständige oder sein Ehepartner über andere hohe positive Einkünfte verfügt. Die können dann nämlich nicht mit den negativen Einnahmen verrechnet werden und insoweit auch nicht zu einer Steuerersparnis führen.

Liebhaberei liegt grundsätzlich vor, wenn sich das Minus bei einem Unternehmer oder Freiberufler auf Dauer fortsetzt und der Selbstständiger keine entsprechenden Gegenreaktionen vornimmt. Der typische Anfangsverlust bei Existenzgründern fällt noch nicht darunter. Doch im Laufe der Jahre muss sich zumindest abzeichnen, dass Betrieb, Kanzlei oder Atelier profitabel wirtschaften und langfristig Überschüsse erzielen können. Notwendig ist hierzu oftmals, seinen ursprünglichen Geschäftsplan abzuändern oder die Kosten massiv zu senken.

Finanzbeamte verneinen etwa die Gewinnerzielungsabsicht, wenn nicht das Streben nach einem Totalgewinn, sondern persönliche Beweggründe des Freiberuflers für die Fortführung des verlustbringenden Betriebs bestimmend waren. Als bedeutsame Indizien für diese Annahme kommen etwa in Betracht:
  • Das persönliche Motiv, wenn dem Steuerzahler - oder seinem Ehepartner - hohe andere Einkünfte zur Verfügung stehen, mit denen er seine Verluste verrechnet. Dies ist insbesondere dann kritisch, wenn es sich um eine nebenberufliche selbständige Tätigkeit handelt und dadurch Steuern gespart werden.

  • Der Berufstätige ergreift trotz ständiger und nachhaltiger Verluste keine Maßnahmen zur Herstellung und Steigerung der Rentabilität des Betriebs.
Liebhaberei liegt nach Ansicht der Richter insbesondere dann vor, wenn der Selbstständige Praxis oder Kanzlei nur als Nebenjob ausübt und noch einer anderen Haupttätigkeit nachgeht. Dann bildet die erst seine Existenzgrundlage dafür, dass er überhaupt seine Verluste aus der Betätigung kompensieren kann.

Tipp:

Betroffene können zumindest die richtigen Weichen für die Zukunft stellen und durch geschäftspolitische Maßnahmen in die schwarzen Zahlen kommen. Das rettet zwar nicht die bisherigen Verluste, dafür aber zumindest das Minus mit dem Beginn der Umstellungsphase.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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