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Archiv - Steuertipps 2012

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2012 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Übliche Rabatte an Arbeitnehmer sind kein Lohnvorteil...

Datum: 12.11.2012 | Rubrik: Firmenwagen
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in zwei am 7. November 2012 veröffentlichten Urteilen (Az. VI R 30/09 und VI R 27/11) entschieden, dass nicht automatisch jeder Preisnachlass, den ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber erhält, zu steuerpflichtigem Lohn führt. Insoweit verringert sich in Rabattfällen der Listenpreis für den Firmenwagen und bringt einen geringeren geldwerten Vorteil.

In den entschiedenen Fällen hatten Arbeitnehmer von ihren als Hersteller tätigen Arbeitgebern jeweils Neufahrzeuge zu Preisen erworben, die deutlich unter den offiziellen Preisen laut Liste lagen. Die Finanzämter setzten steuerpflichtigen Arbeitslohn an, soweit die Abschläge die Hälfte der durchschnittlichen Händlerrabatte überstieg. Die Betroffenen waren jedoch der Ansicht, dass Lohn bestenfalls insoweit vorliegt, als der Arbeitgeberrabatt über das hinausgeht, was auch fremde Dritte als Rabatt erhalten.

Der Auffassung der Beschäftigten schloss sich der Lohnsteuersenat des BFH in den jetzt ergangenen Urteilen an. Er entschied, dass ein üblicher, auch Dritten eingeräumter Preisnachlass beim Arbeitnehmer nicht zu steuerpflichtigem Arbeitslohn führt. Denn dazu gehören zwar Vorteile, die Arbeitnehmern dadurch zufließen, dass Arbeitgeber aufgrund des Dienstverhältnisses ihren Waren zu einem besonders günstigen Preis verkaufen. Ob allerdings der Chef tatsächlich einen besonders günstigen und durch das Arbeitsverhältnis veranlassten Preis eingeräumt hat, ist jeweils durch den Vergleich mit dem üblichen Preis festzustellen. Maßgebend ist also der um normale Preisnachlässe geminderte übliche Endpreis am Abgabeort und kann denn nach § 8 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes EStG) angesetzt werden.

Bezieht der Arbeitnehmer vom Betrieb hergestellte Waren, richtet sich die Rabattbesteuerung grundsätzlich nach § 8 Abs. 3 EStG. Dann greifen zwar zu seinen Gunsten Vergünstigungen, nämlich ein Bewertungsabschlag von vier Prozent sowie zusätzlich ein Rabattfreibetrag von 1080 Euro. Grundlage dafür ist allerdings nicht der tatsächliche Markt-, sondern der Endpreis des Arbeitgebers, also der Preis, zu dem der Arbeitgeber die Waren oder Dienstleistungen auch Verbrauchern allgemein anbietet. Weil dieser aber auch weit über den tatsächlichen Marktverhältnissen liegen kann, hat nach Meinung des BFH der Arbeitnehmer bei seiner Einkommensteuerveranlagung das Recht, den geldwerten Vorteil nach § 8 Abs. 2 EStG bewerten zu lassen, dann allerdings ohne Bewertungsabschlag und ohne Rabattfreibetrag.

Hinweis: Ähnlich hatte der BFH bereits zu zinsverbilligten Arbeitgeberdarlehen entschieden. Die stellen ebenfalls keinen Arbeitslohn dar, wenn etwa Direktbanken ebenfalls solche günstigen Konditionen anbieten.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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Mi., 22. November 2017

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