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Archiv - Steuertipps 2012

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2012 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Bundesrechnungshof bemängelt massive Steuerausfälle...

Datum: 09.10.2012 | Rubrik: Umsatzsteuerbetrug
Der Umsatzsteuerbetrug in der EU hat System und führt in Deutschland und in der EU nach wie vor zu Steuerausfällen in Milliardenhöhe, warnt der Bundesrechnungshof, indem ihr Präsident Dr. Dieter Engels anlässlich der Veröffentlichung eines Berichts über den innergemeinschaftlichen Umsatzsteuerbetrug, den der Bundesrechnungshof und die Rechnungshöfe Belgiens (Cour des comptes) und der Niederlande (Algemene Rekenkamer) verfasst haben.

Hieraus ergibt sich, dass die Instrumente zur effektiven Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs noch nicht ausgereift sind. Sie müssen daher konsequent weiterentwickelt werden, sowohl bei der Prävention als auch bei der Aufdeckung und Verfolgung dieser weit verbreiteten Form des Steuerbetrugs, betonen die drei Rechnungshöfe und geben hierzu konkrete Empfehlungen ab.

Bereits im Jahr 2009 legten diese Rechnungshöfe einen gemeinsamen Bericht zum Umsatzsteuerbetrug in der EU vor. In dem aktuellen Bericht bewerten sie die von den Mitgliedstaaten getroffenen Maßnahmen der letzten drei Jahre im Kampf gegen den Umsatzsteuerbetrug und schlagen vor, wie diese noch gezielter und effektiver gegen die Betrüger vorgehen können. Die Rechnungshöfe empfehlen dringend,
  • die Eingriffsmöglichkeiten der Steuerbehörden bei Betrugsverdacht zu stärken (z. B. bei der umsatzsteuerlichen Registrierung und Deregistrierung von Unternehmen);

  • die Schwachstellen im Umgang mit gültigen Steuernummern abzustellen; durch die Veräußerung bzw. durch den Erwerb von Unternehmen können diese in die Hand von Betrügern gelangen;

  • die notwendigen Voraussetzungen für einen sachgerechten Datenabgleich zwischen den Steuerverwaltungen der Mitgliedstaaten zu schaffen; dazu gehört eine Harmonisierung der Besteuerungsverfahren. Nur so können beispielsweise die innergemeinschaftlichen Umsätze sowohl des Lieferanten als auch des Erwerbers automations-gestützt miteinander abgeglichen werden.
Positiv sehen sie, dass der Datenaustausch zwischen den Steuerverwaltungen der EU-Mitgliedstaaten beschleunigt wurde. Auch analysieren die Steuerverwaltungen verstärkt, wie neue Betrugsmuster noch schneller erkannt werden können. Insgesamt arbeiten die für die Betrugsbekämpfung verantwortlichen Stellen in den EU-Mitgliedstaaten (Eurofisc) besser zusammen als dies noch vor drei Jahren der Fall war. Die Verbesserungen reichen jedoch nicht aus, um den Umsatzsteuerbetrug grundsätzlich zu verhindern.

Fazit: Der sog. Karussellbetrug bleibt weiterhin eine erhebliche Gefahr für die öffentlichen Haushalte. Die Steuerverwaltungen müssen deshalb insbesondere diese schwer aufzudeckende Art von Betrug noch stärker beobachten und in diesem Zusammenhang bereits ergriffene Maßnahmen systematisch erweitern, eingetretene Steuerausfälle kontinuierlich überwachen sowie neue Betrugsmuster analysieren.

Hinweis: Der aktuelle Bericht über den Umsatzsteuerbetrug ist auf der Homepage des Bundesrechnungshofes (in Englisch mit deutscher Übersetzungshilfe) abrufbar unter: http://www.bundesrechnungshof.de
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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