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Archiv - Steuertipps 2012

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2012 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Bei Ledigen gelten besondere Kriterien...

Datum: 14.08.2012 | Rubrik: Doppelte Haushaltsführung
Zu den Werbungskosten gehören auch notwendige Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung entstehen, und zwar unabhängig davon, aus welchen Gründen die doppelte Haushaltsführung beibehalten wird. Eine doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und auch dort wohnt. Auch ein alleinstehender Arbeitnehmer kann einen doppelten Haushalt führen, so das Sächsische Finanzgericht (Az. 4 K 2130/07). Dafür muss er sich aber
  • am Ersthaushalt (Hauptwohnung) - abgesehen von den Zeiten der Arbeitstätigkeit und Urlaubsfahrten - regelmäßig aufhalten,

  • das Domizil fortwährend nutzen,

  • von dort aus er sein Privatleben führen und

  • so verhalten, dass dort sein Lebensmittelpunkt ist.
Bei nicht verheirateten Arbeitnehmern spricht, je länger die Auswärtstätigkeit dauert, immer mehr dafür, dass die eigentliche Haushaltsführung und auch der Mittelpunkt der Lebensinteressen an den Beschäftigungsort verlegt wurden und die Heimatwohnung nur noch für Besuchszwecke vorgehalten wird. Verdachtsgründe können sein, wie oft und wie lange sich der Arbeitnehmer in der einen und der anderen Wohnung aufhält, wie beide Wohnungen ausgestattet und wie groß sie sind. Von Bedeutung sind auch die Dauer des Aufenthalts am Beschäftigungsort, die Entfernung beider Wohnungen sowie die Zahl der Heimfahrten. Erhebliches Gewicht hat ferner der Umstand, zu welchem Wohnort die engeren persönlichen Beziehungen bestehen.

Ein unverheirateter Arbeitnehmer unterhält einen eigenen Hausstand allerdings nur dann, wenn er am Ort seines Lebensmittelpunkts eine eigenständige, seinen Lebensbedürfnissen entsprechende Wohnung nutzen kann. Er muss sich dafür an der Haushaltsführung - sowohl finanziell als auch durch seine persönliche Mitwirkung - maßgeblich beteiligen und den eigenen Hausstand mit unterhalten. Dazu gehört auch, dass der Arbeitnehmer für die Kosten des Haushalts aufkommt. Wird ihm die Wohnung unentgeltlich überlassen wird, prüft das Finanzamt, ob er einen eigenen Hausstand unterhält oder in einen fremden eingegliedert ist. Zwar ist die entgeltliche Einräumung nicht Voraussetzung einer doppelten Haushaltsführung bei Alleinstehenden.

Doch hat der Arbeitnehmer beispielsweise - wie im Urteilsfall - in den genutzten Räumlichkeiten schon als Kind gelebt, sind sie nicht von der elterlichen Wohnung abgeschlossen, sondern nur durch eine von der elterlichen Wohnung abgehende Treppe zugänglich, spricht das für einen Teil des elterlichen Haushalts und somit gegen den Werbungskostenabzug.

Hinweis: Kommt es zur doppelten Haushaltsführung, können neben der Miete und den Nebenkosten, wöchentliche Familienheimfahrten, Mehraufwendungen für die Verpflegung für die ersten drei Monate am Beschäftigungsort auch als sonstige Kosten einer doppelten Haushaltsführung die Aufwendungen für die in der Wohnung am Beschäftigungsort benötigten Einrichtungsgegenstände (Gardinen, Lampen, Möbel, Geschirr etc.) berücksichtigungsfähig, sofern sie nicht auf andere Weise (etwa durch Mitnahme aus dem vorhandenen Hausrat) zu beschaffen sind. Fernseher, Schlafsofa und Kaffeeautomat sind hingegen privat mitveranlasst und nicht absetzbar.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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Mi., 22. November 2017

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