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Archiv - Steuertipps 2012

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2012 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Keine Lohnsteuer ohne Beweise...

Datum: 24.07.2012 | Rubrik: Privatfahrten
Bei Gehaltsverhandlungen ist er ein beliebtes Extra, bei der Lohnabrechnung eher ein Ärgernis: Das vom Chef kostenlos oder zumindest verbilligt zur Verfügung gestellte betriebliche Kfz mindert den Nettolohn und führt bei schlechter Gestaltung zu hohen Abgaben über die Lohnsteuer. Denn eine Privatnutzung des Firmenwagens behandelt das Finanzamt wie verbilligtes Wohnen oder die Warenabgabe mit hohem Rabatt als geldwerten Vorteil. Die Firma als Arbeitgeber ermittelt den geldwerten Vorteil aus Vereinfachungsgründen in der Regel pauschal mit einem Prozent vom Listenpreis inklusive Umsatzsteuer und der Zusatzausstattung, und das pro Monat. Den Pauschalansatz können Firma und Fahrer aber vermeiden. Steht der Wagen nur für Dienst- und Geschäftsfahrten zur Verfügung, fällt keine Lohnsteuer an. Hierzu ist es noch nicht einmal zwingend notwendig, dass der Arbeitnehmer extra dafür ein Fahrtenbuch führt oder den Wagen nach Feierabend und vor dem Wochenende nachweislich im Betrieb auf dem Parkplatz abstellen muss.

In einem am 18. Juli 2012 vom Finanzgericht Niedersachsen veröffentlichten Urteile kommen die Richter zu der Klarstellung, dass es völlig ausreicht, wenn laut Arbeitsvertrag eine Privatnutzung unzulässig ist und auch konkret in der Praxis nichts dagegen spricht (Az. 1 K 284/11). Der Betrieb muss noch nicht einmal überprüfen, ob das vereinbarte Fahrverbot in der Freizeit auch tatsächlich eingehalten wird. Zwar spricht die allgemeine Lebenserfahrung beim überlassenen Firmenwagen auch für Privatfahren. Dies kann aber von Betrieb oder Angestelltem durch den Gegenbeweis entkräftet werden. Ausreichend als Nachweis hierfür kann bereits sein, wenn der Arbeitnehmer einen Firmenwagen lediglich für betriebliche Zwecke sowie für die Fahrten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte nutzt. Dann ist die pauschale Ein-Prozent-Regelung nicht anwendbar. Ein Fahrtenbuch muss der Angestellte dazu nicht führen und das Finanzamt darf deshalb nicht davon ausgehen, dass die Ein-Prozent-Regelung pauschal anzuwenden ist.

Zwar führt zu einem als Lohnzufluss zu erfassenden steuerpflichtigen Nutzungsvorteil des Arbeitnehmers, wenn der Arbeitgeber ihm unentgeltlichen oder verbilligt einen Dienstwagen auch zur privaten Nutzung überlässt. Das gilt aber nur insoweit, als diese Überlassung dem Grunde nach im Einzelfall feststeht. Deshalb setzt die Anwendung der Ein-Prozent-Regelung voraus, dass tatsächlich ein Dienstwagen laut Arbeitsvertrag zur privaten Nutzung überlassen wurde. Das konnte im Urteilsfall dem GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer vom Finanzamt aber gerade nicht nachgewiesen werden, es hatte statt konkreter Anhaltspunkte nur eine Vermutung.

Hinweis: Allein die tatsächliche Nutzung des Dienst-Kfz für Pendelfahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte begründet dabei noch keine Überlassung zur privaten Nutzung. Denn pendeln Anagestellte mit dem vom Chef unentgeltlich überlassenen Firmenwagen ins Büro oder in die Werkstatt, gilt dies als zusätzlicher geldwerter Vorteil. Die monatliche Lohnsteuer ermittelt die Firma dann pauschal mit 0,03 Prozent vom Listenpreis pro Entfernungskilometer. Kommt es nur zu gelegentlichen Fahrten von der Wohnung in den Betrieb des Arbeitgebers, bemisst sich der geldwerte Vorteil nach den tatsächlich durchgeführten verminderten Strecken, indem je Entfernungskilometer und Fahrt lediglich 0,002 und nicht 0,03 Prozent des Listenpreises im Monat berechnet werden.

Der Arbeitgeber darf diese Alternativberechnung schon vorab beim Lohnsteuerabzug berücksichtigen, er ist hierzu aber nicht verpflichtet- Er kann daher weiter die Pauschalregel (0,03 Prozent x Entfernungskilometer x Monat) als Zuschlag ansetzen, muss aber in Abstimmung mit dem Angestellten die Anwendung für jedes Jahr einheitlich festlegen. Der Arbeitnehmer darf dann bei seiner Veranlagung zur Einkommensteuer die Methode bei seinem Wohnsitz-Finanzamt im Nachhinein einheitlich für das gesamte Kalenderjahr wechseln.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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