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Archiv - Steuertipps 2012

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2012 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Abzug fürs Studium als Sonderausgabe oder Werbungskosten?

Datum: 25.06.2012 | Rubrik: Erstausbildung & Erststudium
Seit 2004 fallen die erstmalige Berufsausbildung sowie das Erststudium laut Einkommensteuergesetz grundsätzlich in den Privatbereich und die Aufwendungen können somit nur im Rahmen des Sonderausgabenabzugs bis zu 6.000 Euro und nicht in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten berücksichtigt werden.

Hierzu hatte der Bundesfinanzhof (BFH) Mitte 2011 entschieden, dass Studenten und Auszubildende ihre Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung oder für ein Erststudium nach dem Schulabschluss in unbegrenzter Höhe als vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen dürfen und nicht mehr nur wie gesetzlich vorgegeben ungünstig nur als Sonderausgaben. Als Reaktion erfolgte eine gegenläufige Regelung durch das EU-Betreibungsgesetz, wonach der Abzug weiterhin nur begrenzt als Sonderausgaben möglich bleibt, rückwirkend ab dem Erstanwendungstermin 2004 in allen offenen Fällen.

Das Finanzgericht Münster geht weder von der Verfassungswidrigkeit, noch von einer unzulässigen Rückwirkung aus, weil hinsichtlich des Abzugs von erstmaligen Berufsausbildungskosten kein schützenswertes Vertrauen auf den Bestand des geltenden Rechts mehr bestand und der Fiskus die mit Rückwirkung etwas anordnen dufte, indem er die Rechtslage rückwirkend wieder so festschreibt, wie sie bis dahin einhellige Meinung Praxis der Finanzverwaltung und der Finanzgerichte war. Zudem handelt es sich um gemischte Kosten mit Bezug zur privaten Lebensführung, die der Gesetzgeber sie nicht zum Betriebsausgaben- bzw. Werbungskostenabzug zulassen muss.

In weiteren Urteilen hatte der BFH Mitte 2009 entschieden, dass der Aufwand für die erstmalige Berufsausbildung sowie das Erststudium als Werbungskosten absetzbar ist, wenn dieser Maßnahme eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium vorausgegangen ist. Diese für Azubis und Studenten günstige Rechtslage wendet die Finanzverwaltung aber in allen offenen Fällen ab 2004 an. Im Gegensatz zur aktuellen gesetzlichen Änderung geht es dabei um Fälle, in denen einer Berufsausbildung oder einem Studium eine abgeschlossene erstmalige Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Erststudium vorausgegangen sind. Dann handelt es sich bei den hierdurch veranlassten Aufwendungen um Werbungskosten, wenn ein hinreichend konkreter Zusammenhang mit späteren steuerpflichtigen Einnahmen aus der angestrebten beruflichen Tätigkeit besteht.

Hinweis: Der Werbungskostenabzug ist deutlich günstiger als der Ansatz von Sonderausgaben, mangels Höchstgrenze und jahresübergreifender Verrechnung bei nicht sofort verwendbaren Verlusten. Wer studiert oder sich weiterbildet, macht Kosten ohne Einnahmen geltend, über die Einkommensteuererklärung per Antrag auf Feststellung vortragsfähiger Verluste. Dann bleiben die über Jahre angesammelten Minusbeträge mit künftigen Einkünften verrechenbar. Bildet sich ein Arbeitnehmer für eine künftige freiberufliche Tätigkeit weiter, so sind die Aufwendungen ebenfalls absetzbar, als vorweggenommene Betriebsausgaben. Dies gilt etwa für einen angestellten Betriebswirt, der Immobilien- und Finanzmakler werden möchte.

Sonderausgaben hingegen lassen sich nur mit einem Maximalbetrag von bis zu 4.000 Euro geltend machen. Doch das Belegsammeln lohnt vielfach nicht. Ohne steuerpflichtige Einnahmen verpuffen die Ausbildungskosten, da Sonderausgaben nicht jahresübergreifend berücksichtigt werden. Profitieren kann daher eher der Student mit Nebenjobs. Er kann sein Einkommen um den Sonderausgabenabzug mindern oder sogar unter den Grundfreibetrag drücken. Lukrativ ist die Rechtslage bei Ehepaaren, wenn ein Gatte verdient. Dann mindert das Studium des Partners das Gesamteinkommen um bis zu 4.000 Euro.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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