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Archiv - Steuertipps 2011

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2011 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Streichung der Sonderausgaben ist verfassungsgemäß...

Datum: 17.05.2011 | Rubrik: Steuerberatungskosten
Bei Zahlung ab 2006 sind Steuerberatungskosten nur noch dann abzugsfähig, wenn sie bei der Ermittlung der Einkünfte als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anfallen. Die Abschaffung des Sonderausgabenabzugs hält der Bundesfinanzhof nach einem aktuellen Urteil für verfassungsgemäß und bestätigt damit seine bereits vor rund einem Jahr geäußerte Auffassung. Denn das Ausfüllen der Steuererklärung oder die Beratung in Tarif- und Veranlagungsfragen gehört zur privaten Lebensführung (Az. X R 10/10). Steuerberaterkosten stellen auch keine dauernden Lasten oder außergewöhnliche Belastung dar und sind daher über diesen Umweg ebenfalls nicht abzugsfähig. . Es reicht aus, dass die auf die jeweiligen Einkünfte bezogenen Aufwendungen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben berücksichtigt werden.

Zwar sollte bislang der Sonderausgabenabzug von privaten Steuerberatungskosten einen gewissen Ausgleich für das komplizierte Steuerrecht schaffen. Denn in vielen Fällen besteht für Bürger und Unternehmen aufgrund der Komplexität des Steuerrechts ein wirtschaftlicher Druck, Steuerberatungsdienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Dies rechtfertigt es aber nicht, sie als unvermeidbare Privatausgaben zu qualifizieren, betonten die Richter.

Daher muss der Gesetzgeber privat veranlasste Honorare für Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein auch nicht aufgrund des subjektiven Nettoprinzips zwingend zum Abzug als Sonderausgaben zulassen, zumal die Einschaltung eines Experten freiwillig erfolgt. Zwar ist unbestritten, dass die Hilfe eines Experten dem ordnungsgemäßen Ablauf des Besteuerungsverfahrens zugute kommt. Daraus folgt aber nicht automatisch die Verpflichtung, den Abzug von Steuerberatungskosten zwingend als Sonderausgabe zuzulassen.

Hinweis: Betroffen vom Sonderausgabenabzugsverbot ab 2006 sind lediglich privat veranlasste Steuerberaterkosten, also Honorare, die nicht direkt mit einer Einkunftsart in Verbindung stehen. Der Aufwand ist jedoch weiterhin in voller Höhe als Betriebsausgaben oder Werbungskosten bei der jeweiligen Einkunftsart - Ausnahme Kapitaleinkünfte ab 2009 - absetzbar, soweit er bei der Ermittlung anfällt. Das gilt beispielsweise bei
  • Gebühren für Umsatzsteuererklärungen oder Lohnsteueranmeldungen, - Grundsteuer für Betriebsgrundstücke Investitionszulagen,

  • Buchführungsarbeiten, Aufstellung von Bilanzen oder Einnahme-Überschuss-Rechnungen,

  • Ermittlung von Ausgaben oder Einnahmen inklusive der Anfertigung von Zusammenstellungen,

  • Beantwortung der sich dabei ergebenden Steuerfragen oder

  • das Ausfüllen des Vordrucks EÜR bei Freiberuflern.

Einkommensteuerbescheide ergehen zu diesem Punkt immer noch vorläufig, obwohl der Bundesfinanzhof keine Verpflichtung sieht, den Abzug von Steuerberatungskosten zuzulassen.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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