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Archiv - Steuertipps 2011

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2011 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Aufwand für das Erststudium gehört nicht dazu...

Datum: 12.04.2011 | Rubrik: Werbungskosten
Aufwendungen für ein nach dem Abitur aufgenommenes Erststudium oder eine erstmalige Ausbildung können steuerlich grundsätzlich nicht als Werbungskosten, sondern nur als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Durch dieses am 4. April 2011 vom Finanzgericht Münster veröffentlichte Urteil ist der Abzug von Studienkosten damit nicht nur der Höhe nach auf 4.000 Euro pro Jahr beschränkt. Da es im Bereich der Sonderausgaben keinen so genannten Verlustvortrag gibt, können Studenten, die während der Ausbildung nur wenig Geld verdienen, ihre Studienkosten auch nicht später steuerlich nutzen, wenn sie beispielsweise nach Abschluss der Ausbildung höhere Einkünfte erzielen. Etwas anderes gilt nur, wenn die Ausbildung im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet (Az. 11 K 4489/09 F).

Im zugrunde liegenden Fall belegte eine Studentin an einer Fachhochschule das Fach Betriebswirtschaft. Hierfür fielen im Jahr 2007 Studien- und Prüfungsgebühren von rund 10.500 Euro an. Während des Studiums absolvierte sie zudem Pflichtpraktika, für die sie eine geringe Vergütung erhielt. Bei der Steuerfestsetzung berücksichtigte das Finanzamt die Studienkosten lediglich als Sonderausgaben in Höhe von 4.000 Euro. Den Antrag, einen verbleibenden Verlustvortrag in Höhe der weiteren und derzeit nicht ausnutzbaren Aufwendungen festzustellen, lehnte das Finanzamt ab.

Zu Recht, wie das Finanzgericht Münster meint. Zwar könnten beruflich veranlasste Aufwendungen für eine Bildungsmaßnahme Werbungskosten darstellen. Einem entsprechenden Abzug steht im Urteilsfall aber eine Regelung in Paragraf 12 Einkommensteuergesetz entgegen, sofern die Ausbildung nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattgefunden hat. Die Studentin hatte zwar mit der Hochschule einen Studienvertrag abgeschlossen. Ein Dienstverhältnis hatte dadurch aber weder mit der Hochschule, noch mit dem Praktikumsbetrieb bestanden. Daher sind die Ausbildungskosten der Studentin nicht als Werbungskosten anzusehen. Das Einkommensteuergesetz bestimmt insoweit typisierend, dass Kosten des Erststudiums noch nicht mit einer konkreten beruflichen Tätigkeit und hieraus fließenden Einnahmen in Zusammenhang stehen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes sind diese Regelungen zwar verfassungskonform dahingehend auszulegen, dass sie einen Abzug von Ausbildungskosten im Zusammenhang mit einem Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung nicht verbieten. Dem ist die Finanzverwaltung mittlerweile gefolgt, indem in solchen Fällen Werbungskosten akzeptiert werden.

Diese Ausnahme ist jedoch auf das nach dem Abitur aufgenommene Erststudium nicht übertragbar. Für eine solche Auslegung besteht kein gesetzlicher Spielraum, stellten die Richter klar. Einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes sahen sie hierin nicht. Der Gesetzgeber bewegt sich innerhalb des ihm zustehenden Gestaltungsspielraums. Außerdem sprechen sachlich einleuchtende Gründe für die Regelung. Normalerweise stehen nämlich Kosten eines Erststudiums noch nicht in direktem Zusammenhang mit einer konkreten, auf Einnahmeerzielung gerichteten Tätigkeit. Zudem wird der Aufwand häufig von den Eltern getragen, die hierfür steuerliche Vergünstigungen in Anspruch nehmen.

Hinweis: Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache hat das Gericht nämlich die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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