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Archiv - Steuertipps 2011

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2011 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Weniger Lohnsteuer auf die Fahrten zur Arbeitsstätte...

Datum: 07.04.2011 | Rubrik: Dienstwagen
Pendeln Arbeitnehmer mit dem vom Arbeitgeber unentgeltlich überlassenen Firmenwagen ins Büro, gilt dies als geldwerter Vorteil. Die monatliche Lohnsteuer ermittelt die Firma pauschal mit 0,03 Prozent vom Bruttolistenpreis inklusive Zusatzausstattung pro Entfernungskilometer. Das muss aber nicht mehr sein. Denn nach einem aktuellen Anwendungserlass des Bundesfinanzministeriums vom 1. April 2011 darf jetzt eine günstigere Berechnung verwendet werden, wenn es nur zu gelegentlichen Fahrten von der Wohnung in den Betrieb des Arbeitgebers kommt (Az. IV C 5 - S 2334/08/10010).

Zuvor war die Finanzverwaltung der Ansicht, dass der Umfang der tatsächlichen Nutzung eines Firmenwagens für die Pendelfahrten ins Büro unerheblich ist, weil bereits die theoretische Verfügbarkeit des Pkw für diese Strecke zu einem geldwerten Vorteil führt. Dazu wurde argumentiert, dass Betroffene zum Gegenbeweis doch ein Fahrtenbuch führen sollten, um die tatsächlichen Wege zur Arbeitsstätte zu belegen.

Diese Forderung zu Mehrarbeit und lästigen Aufzeichnungen über das gesamte Jahr hinweg in einem Fahrtenbuch können jetzt entfallen. Bereits der Bundesfinanzhof hatte die strenge Sichtweise in mehreren Urteilen kritisiert, wenn ein Arbeitnehmer den ihm von seinem Chef zur Verfügung gestellten Dienstwagen nur wenige Tage im Monat für die Fahrt zur Arbeitsstätte nutzt. Dann sollte sich der geldwerte Vorteil nur nach der tatsächlichen Nutzung des Pkw und nicht nach der pauschalen und überhöhten Berechnung des Fiskus ermitteln lassen. Begründung: Bei den Werbungskosten darf der Arbeitnehmer die Entfernungspauschale auch nur für die Tage ansetzen, an denen er tatsächlich von der Wohnung ins Büro gefahren ist.

Das wird jetzt ab sofort angewendet, indem der sich der geldwerte Vorteil nach den tatsächlich durchgeführten Strecken bemisst. Das berechnet sich je Entfernungskilometer und Fahrt mit lediglich 0,002 Prozent des Listenpreises und nicht mehr mit 0,03 Prozent im Monat. Das können Arbeitnehmer in allen offenen Fällen beim Finanzamt geltend machen und so zu einer Steuererstattung kommen. Der Arbeitgeber darf diese Alternativberechnung beim Lohnsteuerabzug ab sofort ebenfalls berücksichtigen, er ist hierzu aber nicht verpflichtet- Er kann daher weiter die Pauschalregel (0,03 Prozent x Entfernungskilometer x Monat) als Zuschlag ansetzen, muss aber in Abstimmung mit dem Angestellten die Anwendung für jedes Jahr einheitlich festlegen. Der Arbeitnehmer darf dann bei seiner Veranlagung zur Einkommensteuer die Methode einheitlich für das gesamte Kalenderjahr wechseln, wenn er dem Finanzamt nachweist,
  • an welchen konkreten Tagen er das betriebliche Kfz tatsächlich für die Fahrt zur Arbeitsstätte genutzt hat und

  • in welcher Höhe der Arbeitgeber den Zuschlag mit 0,03 % des Listenpreises ermittelt und versteuert hat - etwa durch die Gehaltsabrechnung oder eine gesonderte Bescheinigung des Arbeitgebers.
Faustregel: Der Ansatz mit pauschal 0,03 Prozent für jeden Monat geht von der typisierenden Annahme des Gesetzgebers aus, dass der Angestellte seine Arbeitsstätte an 15 Tagen im Monat oder an 180 Tagen im Kalenderjahr aufsucht. Diese Regelung wirkt sich in der weit überwiegenden Zahl der Fälle in erheblichem Maße zugunsten der dienstwagennutzenden Arbeitnehmer aus. Sie berechnen ihren geldwerten Vorteil auch dann für 180 Tage jährlich, wenn die tatsächliche Nutzung im Regelfall bei 220 bis 230 Jahresarbeitstagen liegt. Liegt die Anzahl der Pendelfahrten darunter, ist die neue Einzelbewertung mit 0,002 Prozent je Fahrt günstiger.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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