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Archiv - Steuertipps 2011

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2011 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Soll-Vorgaben der Finanzverwaltung...

Datum: 20.09.2011 | Rubrik: Richtsätze
Das Bundesfinanzministerium hat eine neue Richtsatzsammlung sowie die Pauschbeträge für Sachentnahmen für 2010 und 2011 veröffentlicht. Sie sind ein Hilfsmittel für die Finanzverwaltung, Umsätze und Gewinne der Gewerbetreibenden zu verproben und bei Fehlen anderer geeigneter Unterlagen zu schätzen. Die Pauschbeträge beruhen auf Erfahrungswerten und bieten dem Steuerpflichtigen die Möglichkeit, die Warenentnahmen monatlich pauschal zu verbuchen. Sie entbinden ihn damit von der Aufzeichnung einer Vielzahl von Einzelentnahmen. Bei formell ordnungsmäßig ermittelten Buchführungsergebnissen darf eine Gewinn- oder Umsatzschätzung nach ständiger Rechtsprechung in der Regel nicht allein darauf gestützt werden, dass die erklärten Gewinne oder Umsätze von den Zahlen der Richtsatz-Sammlung abweichen.

Werden für einen Gewerbebetrieb, für den Buchführungspflicht besteht, keine Bücher geführt, oder ist sie nicht ordnungsmäßig, so ist der Gewinn unter Berücksichtigung der Verhältnisse des Einzelfalles unter Anwendung von Richtsätzen zu schätzen. Ein Anspruch darauf, nach Richtsätzen besteuert zu werden, besteht nicht. Die Richtsätze sind für die einzelnen Gewerbeklassen auf der Grundlage von Betriebsergebnissen zahlreicher geprüfter Unternehmen ermittelt worden. Sie gelten nicht für Großbetriebe. Die Richtsätze können bei Betrieben von Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Körperschaften ermittelt und angewendet werden.

Die Richtsätze
  • finden auch auf Steuerpflichtige mit Gewinnermittlung nach der Einnahmen-Überschuss-Rechnung Anwendung. Hierzu werden die erforderlichen Anpassungen vorgenommen, indem eine Umrechnung der Einnahmen und Ausgaben von Ist- auf Sollbeträge erfolgt. Dabei wird die Umsatzsteuer neutralisiert und die Zuordnung außerordentlicher und periodenfremder Aufwendungen und Erträge erfolgt zum Jahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit.

  • werden in Prozentsätzen des wirtschaftlichen Umsatzes für den Rohgewinn ermittelt, für die einzelnen Gewerbeklassen. Bei Handelsbetrieben wird daneben der Rohgewinnaufschlagsatz angegeben. Zu den Handelsbetrieben rechnen auch Bäcker, Konditor, Gast- und Speisewirtschaften, Imbissbetriebe, Fleischer, Metzger, Schlachter, Kosmetiksalons und Optiker. Glas- und Gebäudereinigungsbetriebe sowie Gerüstbauer gelten als Fertigungsbetriebe behandelt, da sie besonders lohnintensiv sind.

  • bestehen aus einem oberen und einem unteren Rahmensatz sowie einem Mittelsatz. Die Rahmensätze tragen den unterschiedlichen Verhältnissen Rechnung. Der Mittelsatz ist das gewogene Mittel aus den Einzelergebnissen der geprüften Betriebe einer Gewerbeklasse.

  • werden nach einem vorgegebenen Schema dargestellt. Dabei ist der wirtschaftliche Umsatz die Jahresleistung des Betriebes zu Verkaufspreisen ohne Umsatzsteuer abzüglich der Preisnachlässe und der Forderungsverluste. Hierzu zählen auch Einnahmen aus sonstigen branchenüblichen Leistungen wie Materialabfällen oder Werbezuschüsse, Trinkgelder sowie Bier-, Tabak, Getränke und Schaumweinsteuer.

  • berücksichtigen nicht Erträge aus gewillkürtem Betriebsvermögen, Einnahmen aus Hilfsgeschäften, Einnahmen aus nicht branchenüblichen Leistungen, Privatentnahmen, Leistungen an die Belegschaft sowie Leistungen für eigenbetriebliche Zwecke.

  • entsprechen dem Sollumsatz. Dabei wird der Waren- und Materialeinsatz mit den steuerlichen Anschaffungskosten ohne abziehbare Vorsteuer angesetzt.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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