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Archiv - Steuertipps 2011

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2011 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Luxushandy ist nicht absetzbar...

Datum: 09.08.2011 | Rubrik: Betriebsausgaben
Ein Zahnarzt kann kein Luxushandy im Preis von 300 Euro als Betriebsausgaben absetzen, weil die Anschaffung Aufwendungen der Lebensführung betreffen und nach allgemeiner Anschauung breitester Bevölkerungskreise als unangemessen anzusehen sind. Mit diesem am 3. August 2011 veröffentlichten Urteil (Az. 6 K 2137/10) hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz zur Frage der Angemessenheit von Betriebsausgaben bei Selbstständigen Stellung genommen.

In der Einkommensteuererklärung machte der Zahnarzt eine Absetzung für Abnutzung über drei Jahre für ein zum Preis von 5.200 Euro gekauftes Handy als Betriebsausgaben der Zahnarztpraxis geltend. Es war ein handgefertigtes, hochwertiges Telefon. Die Telefone dieses Herstellers von Luxus-Mobiltelefonen sind nicht zuletzt durch die Verwendung von Edelmetallen wie Gold oder Platin und innovativen Werkstoffen wie Liquidmetallen, Diamanten, oder Keramik teurer als die Telefone anderer Hersteller.

Nachdem bereits das Finanzamt die Kosten abgelehnt hatte begründete der Arzt seine Klage hiergegen unter anderem damit, dass er darauf geachtet habe, ein widerstandsfähiges Handy zu erwerben, das er für rund zehn Jahre und damit länger als günstigere Modelle nutzen könne. Auch habe das Handy einen besonders guten Empfang und die gesamte Ausstattung der Praxis sei sehr hochwertig, so dass das Handy nicht als unangemessen herausstechen würde.

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz widersprach jedoch seinen Argumenten und führte aus, dass Aufwendungen, die die Lebensführung berühren, nach allgemeiner Verkehrsauffassung als unangemessen anzusehen sind. Dabei wird auf die Anschauung breitester Bevölkerungskreise abgestellt. Die würden ihm sicherlich zugestehen, dass eine betriebliche Veranlassung zur Anschaffung des Handys wegen der zahnärztlichen Bereitschaftsdienste zwar unbestritten ist. Doch für die berufliche Tätigkeit hätte es allerdings ausgereicht, wenn er seine Erreichbarkeit an den 2-3 Bereitschaftswochenenden durch ein gewöhnliches Mobilfunkgerät sicher gestellt hätte. Dar Kauf eines handgefertigten hochwertigen Telefons eines Luxusherstellers mit über die bloße Funktionsfähigkeit als Telefon hinausgehenden Eigenschaften ist jedenfalls nicht allein durch betriebliche Notwendigkeiten zu erklären und die Aufwendungen sind unangemessen.

Setze man den Preis für ein Mobiltelefon mit im Schnitt 300 Euro an, so ergibt sich im Verhältnis zum Luxushandy ein betrieblicher Anteil von knapp sechs Prozent. Entsprechend der zu § 12 des Einkommensteuergesetzes nach der Rechtsprechung aufgestellten Grenze von zehn Prozent ist dieser betriebliche Anteil derart gering und zu vernachlässigen. Eine Prüfung der Angemessenheit im Verhältnis zum Jahresumsatz des Zahnarztes kann daher unterbleiben. Auch bei hochwertiger Praxisausstattung entfaltet ein Mobiltelefon keinen Beitrag zur Behandlung und es wird auch nicht im Vorfeld der Behandlung sichtbar.

Soweit der Freiberufler auf eine zehnjährige Nutzungsdauer abstelle, wiesen die Richter darauf hin, dass er in seiner Einkommensteuererklärung selbst von einer nur dreijährigen Nutzungsdauer ausgegangen ist, was der Nutzungsdauer normaler Geräte entspricht. Aus deren Sicht breitester Bevölkerungskreise ist nicht nachvollziehbar, warum ein Zahnarzt ein Luxushandy zur Sicherstellung seiner Erreichbarkeit erwerben müsse, wo er dies auch zu einem wesentlich geringeren Preis erreichen könne.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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