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Archiv - Steuertipps 2010

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2010 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Kostenpauschbetrag gibt es pro Todesfall nur einmal...

Datum: 15.04.2010 | Rubrik: Erbschaftsteuer
Für die Summe der Kosten eines Erbfalls dürfen pauschal nicht mehr als 10.300 Euro ohne Nachweis abgezogen werden und zwar unabhängig davon, wie vielen Personen dem Grunde nach Erbfallkosten entstanden sind. Nach einem aktuellen Beschluss des Bundesfinanzhofs können Miterben den Pauschbetrag damit nur anteilig beanspruchen, er ist nicht mit der Zahl der Erben zu vervielfachen (Az. II R 31/08). Dieser Betrag umfasst die Kosten
  • der Bestattung,
  • für ein angemessenes Grabdenkmal,
  • für die übliche Grabpflege mit ihrem Kapitalwert für eine unbestimmte Dauer
  • die unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses entstehen (zum Beispiel Gebühren für Testamentseröffnung, Erbscheinerteilung, Grundbuchumschreibung) sowie
  • für die Erlangung des Erwerbs.
Sofern höhere Nachlassverbindlichkeiten der vorgenannten Art angefallen sind, sind sie dem Finanzamt im Einzelnen nachzuweisen.

Die Abzugsmöglichkeit besteht grundsätzlich für jeden Erwerber, also auch für den Vermächtnisnehmer oder Pflichtteilsberechtigten. Voraussetzung ist allerdings, dass eine Verpflichtung zur Kostenübernahme besteht, wobei neben einer rechtlichen auch eine sittliche Verpflichtung ausreichend ist. Die einzelnen Erwerber müssen den Pauschbetrag von 10.300 Euro in geeigneter Weise - etwa über einen gemeinsamen Antrag verteilen. Hatte ein Erwerber Aufwendungen , die sich allein auf die Erlangung seines Erbes beziehen und nicht den Nachlass belasten, können diese neben dem Pauschbetrag selbständig abgezogen werden, soweit sie nachgewiesen werden.

Neben den Erbfallkosten - pauschal 10.300 Euro oder gegen Nachweis höhere Beträge - lassen sich von dem steuerpflichtigen Erwerb anlässlich eines Todesfalls noch folgende zwei Arten von Nachlassverbindlichkeiten absetzen:
  1. Die vom Erblasser herrührenden Schulden, soweit sie nicht mit einem zum Erwerb gehörenden Gewerbebetrieb oder einem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen. Denn dann sind die Schulden bereits in die Bewertung des Betriebsvermögens eingeflossen.
  2. Verbindlichkeiten aus Vermächtnissen, Auflagen und geltend gemachten Pflichtteilen und Erbersatzansprüchen, Kosten für die Verwaltung des Nachlasses, Kosten für Sachverständige, Gerichts- und Notar- und Rechtsanwaltsgebühren wegen Erbstreitigkeiten sowie die Erbschaftsteuer selber sind hingegen nicht abzugsfähig.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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