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Archiv - Steuertipps 2010

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2010 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Kein Abzug bei erzwungenem Verkauf von Belegschaftsaktien...

Datum: 17.03.2010 | Rubrik: Werbungskosten
Ein Veräußerungsverlust aus einer Kapitalbeteiligung am Arbeitgeber führt nach einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) nicht allein deshalb zu Werbungskosten oder negativen Einnahmen bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, weil die Beteiligung wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses veräußert werden musste. Erforderlich ist vielmehr, dass ein solcher Verlust in einem erheblichen Veranlassungszusammenhang zum Arbeitsverhältnis steht und nicht auf der Nutzung der Beteiligung als Kapitalertragsquelle beruht (Az. VI R 24/08). Ausreichend ist also noch nicht, dass eine Beziehung zum Beruf besteht. Beruht der zwangsweise Verkauf der Aktien darauf, dass der Angestellte seine Beteiligungsberechtigung verloren hat, steht das nicht im direkten Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis.

Daher kann der Angestellte das Minus aus den vor 2008 erworbenen Anteilen nur dann als Spekulationsverlust geltend machen, wenn die Einjahresfrist noch nicht abgelaufen ist. Ansonsten ist der Verkauf steuerlich irrelevant und fällt in die Privatsphäre, so die Richter. Handelt es sich hingegen um Anteile, die erst 2009 vom Arbeitgeber gekauft wurden, liegen negative Kapitaleinnahmen vor. Die hiermit erzielten Verluste lassen sich dann unabhängig von der Haltedauer als negative Kapitaleinnahmen mit Gewinnen aus anderen Aktien verrechnen, die schon der Abgeltungsteuer unterliegen. Sofern es sich um Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit handeln würde, könnte das realisierte Kursminus sofort mit dem Gehalt und allen anderen Einkunftsarten verrechnet werden - eine deutlich günstiger Option.

Nach Ansicht des BFH können private Vermögensverluste mit Wertpapieren unter Beachtung des objektiven Nettoprinzips als Erwerbsaufwand bei den Lohneinkünften berücksichtigt werden, wenn besondere Umstände den Schluss rechtfertigen, dass
  • die Gründe für die unfreiwilligen Verluste in der Berufs- bzw. Erwerbssphäre liegen
  • der Verlust bei der beruflichen Verwendung eintritt
  • die Einwirkung auf das betreffende Wirtschaftsgut aus in der Berufssphäre liegenden Gründen erfolgt
  • die Aktien dem spezifischen beruflichen Risiko ausgesetzt sind und aus diesem Grunde der Verlust eingetreten ist
Hat ein Angestellter mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses seine Berechtigung verloren, Anteile am Arbeitgeber zu halten, ist sein Ausscheiden zwar auch eine Bedingung für die Rückveräußerung der Anteile. Dies alleine begründet aber noch keinen Zurechnungszusammenhang, weil er allein zur Abgrenzung von der beruflichen zur privaten Sphäre ungeeignet ist, meinten die Richter. Erforderlich ist ein wirtschaftlicher Zusammenhang.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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