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Archiv - Steuertipps 2010

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2010 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Zusammenveranlagung trotz angekündigter Trennung...

Datum: 15.10.2010 | Rubrik: Eheleute
Unbeschränkt einkommensteuerpflichtige Ehegatten, die nicht dauernd getrennt leben und bei denen diese Voraussetzungen entweder zu Beginn des Jahres vorgelegen haben oder im Laufe des Jahres etwa durch Heirat eingetreten sind, können zwischen getrennter Veranlagung und Zusammenveranlagung wählen. In den meisten Fällen entscheiden sich die Eheleute Paare für die Zusammenveranlagung, weil sie hierdurch die Splittingtabelle nutzen können, während es bei der getrennten Veranlagung für beide Partner nur den Grundtarif gibt. Dieser findet zwingend Anwendung, wenn das Paar schon das gesamte Jahr getrennt lebt, bereits geschieden oder überhaupt nicht verheiratet ist.

Der Bundesfinanzhof musste nun entscheiden, ob die Zusammenveranlagung bereits entfällt, wenn ein Ehegatte die Trennung von seinem Partner im November ankündigt, aber erst im Januar des Folgejahres tatsächlich aus der gemeinsamen Wohnung auszieht. In einem solchen Fall kann das Paar noch für beide Jahre die Zusammenveranlagung wählen und sich hierdurch den Splitting-Tarif sichern. Denn die Eheleute leben zu Beginn eines Jahres noch nicht dauernd getrennt, sodass die Voraussetzung für die Zusammenveranlagung gegeben ist. Ausreichend ist nämlich, dass die zum Wesen der Ehe gehörende Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft nach dem Gesamtbild der Verhältnisse zumindest noch einen Tag im Jahr besteht.

Dabei spielt die bloße Ankündigung eines Ehegatten vor Silvester, sich trennen zu wollen, nach Ansicht der Richter noch keine Rolle (Az. III R 71/07). Mit der angemeldeten Trennung wird nicht bereits dokumentiert wird, dass einer der Ehepartner nicht mehr die Absicht hat, die Lebensgemeinschaft fortzusetzen. Entscheidend ist vielmehr, wann es anschließend zur tatsächlichen Trennung von Tisch und Bett gekommen ist und die Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft beendet wird. Dies lässt sich in der Praxis meist daraus erkennen, wann ein Gatte seine persönlichen Gegenstände aus der gemeinsamen Wohnung abholt und in einen anderen Wohnsitz umzieht.

Im Urteilsfall teilte der Ehemann seiner Frau im November mit, dass er sich von ihr trennen wolle. Anschließend war er bis Mitte Januar wegen einer Kur abwesend und erst nach seiner Rückkehr holte er den wesentlichen Teil seiner persönlichen Gegenstände ab und zog in eine andere Wohnung. In der Einkommensteuererklärung für das Jahr des Auszugs beantragte er die Zusammenveranlagung mit seiner Frau anstelle von zwei Einzelveranlagungen. Dem muss das Finanzamt folgen, denn er lebte nicht bereits seit November von seiner Frau getrennt, sondern erst im Januar nach seiner Rückkehr vom Kuraufenthalt.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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