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Archiv - Steuertipps 2010

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2010 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Kein doppelter Steuerabzug bei zwei Wohnungen...

Datum: 12.10.2010 | Rubrik: Handwerkerleistungen
Haushaltsnahe Dienstleistungen werden seit 2009 in doppelter Höhe gefördert. Dies können Besitzer von Haus und Eigentumswohnung sowie Mieter gleichermaßen nutzen, indem sie 20 Prozent der Arbeitsleistungen plus Maschinen- und Fahrtkosten inklusive Umsatzsteuer bis maximal 1.200 Euro von der Einkommensteuerschuld abziehen dürfen. Begünstigt sind dabei nicht neben inländischen Wohnungen auch Zweit- oder Ferienwohnung im EU-Ausland.

Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden, dass der Abzug bis zur Höchstgrenze von 1.200 Euro nicht wiederholt möglich ist, sofern Ehegatten zwei Haushalte selbst nutzen, beispielsweise einen Hauptwohnsitz in Hamburg und eine Ferien- oder Zweitwohnung an der Nordsee. Der Höchstbetrag darf nicht multipliziert werden, wenn Hauseigentümer oder Vermieter mehrere Domizile selbst nutzen. Zwar können sie die Steuerermäßigung für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsleistungen auch noch für Kosten eines zweiten Haushalts in Anspruch nehmen, aber insgesamt nur bis zu 1.200 Euro jährlich. Hierfür spricht nach Auffassung der Richter auch der Wortlaut des Gesetzes, wonach lediglich auf die Inanspruchnahme von Leistungen in einem Haushalt abstellt wird (Az. VI R 60/09). Hieraus kann nicht geschlossen werden, dass bei mehreren tatsächlich genutzten Wohnungen die Steuerermäßigung auch mehrfach zu gewähren ist.

Also steht einem Ehepaar, das zwei Haushalte regelmäßig zu eigenen Wohnzwecken nutzt, nicht für jeden Haushalt jeweils eine Steuerermäßigung bis zum Höchstbetrag zu. Nutzen sie Haupt- und Zweitwohnung, sind das pro Jahr nicht bis zu 2.400, sondern nur 1.200 Euro. Das Ziel der Bekämpfung von Schwarzarbeit in den Privathaushalten zwingt nicht dazu, die Steuerermäßigung ohne betragsmäßige Begrenzung für jede Wohnung zu gewähren.

Durch diese ungünstige Auslegung wird ein Paar aber nicht wegen ihrer Ehe benachteiligt. Denn auch Alleinstehende, die etwa in Haupt- und Ferienwohnung Handwerkerarbeiten durchführen lassen, können den Höchstbetrag ebenfalls nur einmal in Anspruch nehmen. Entscheidend für die Steuerermäßigung ist nicht der Familienstand, sondern die Summe der anfallenden Kosten an den Orten der jeweiligen Leistungserbringung.

Hinweis: Bei einem Umzug in eine andere Wohnung oder ein anderes Haus können ebenfalls sowohl für Renovierungsmaßnahmen im bisherigen Haushalt als auch im neuen Haushalt Steuerermäßigungen in Anspruch genommen werden. Dies zählt als ein Haushalt, so dass es insgesamt auch nicht mehr als 1.200 Euro im Jahr gibt.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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