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Archiv - Steuertipps 2010

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2010 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Aufwand für die künstliche Befruchtung ist steuerlich abzugsfähig...

Datum: 21.06.2010 | Rubrik: Samenspende
Die Aufwendungen eines Ehepaares für eine Befruchtung mit Fremdsamen lassen sich bei der Einkommensteuer als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Das gilt nach dem vom Finanzgericht Niedersachsen Mitte Juni 2010 veröffentlichten Urteil immer dann, wenn der männliche Partner unter einer nicht behebbaren organisch bedingten Sterilität leidet und daher auf natürlichem Weg selber keine Kinder zeugen kann. Ist sein Sperma auch nicht dazu geeignet, im Rahmen einer künstlichen Befruchtung eingesetzt zu werden, liegt für das Paar eine Zwangssituation vor, weil es sich um eine auf das spezielle Krankheitsbild des Mannes abgestimmte, medizinisch indizierte und ärztlich zulässige Heil- oder Therapiemaßnahme handelt. Das sind klassische außergewöhnliche Belastungen, so die Richter (Az. 9 K 231/07).

Das Finanzamt hatte noch argumentiert, dass diese sogenannte heterologe Befruchtung mit Fremdsamen nicht aus einer Zwangslage heraus erwächst, sondern auf einer freien Entschließung des Paares beruht. Denn durch die Maßnahme wird einer gesunden Frau Samen eingesetzt, während die Zeugungsunfähigkeit des Mannes überhaupt nicht behandelt wird. Das ist vergleichbar mit einer Adoption oder Leihmutter, die Kosten hierfür lassen sich auch nicht als außergewöhnliche Belastung absetzen.

Das Finanzgericht sah dies jedoch anders. Bereits absetzbar sind eine künstliche Befruchtung mit dem Samen des Ehemannes oder festen Partners. Denn in diesem Fall wird die Empfängnisunfähigkeit einer Frau als Krankheit angesehen wird und die ärztliche Maßnahme soll den körperlichen Defekt gewissermaßen umgehen oder kompensieren. Das erfolgt unter dem Aspekt, dass Kinder zu haben und aufzuziehen unabhängig vom Familienstand für viele Menschen eine zentrale Sinngebung ihres Lebens bedeutet und die ungewollte Kinderlosigkeit deshalb häufig als schwere Belastung erlebt wird.

Auch für die Übertragung von Spendersamen kann nichts anderes gelten, sodass die Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen anzuerkennen sind. Dies wird nämlich mit dem Ziel durchgeführt, die Krankheitsfolgen aufgrund der ungewollten Kinderlosigkeit des Paares abzumildern. Insoweit sind die entstandenen Heilbehandlungskosten zwangsläufig entstanden und damit steuermindernd zu berücksichtigen. Darauf, dass der körperliche Defekt des Mannes dadurch nicht beseitigt wird, kommt es nach Ansicht der Richter nicht an. Nach dem Gebot der Gleichbehandlung im Grundgesetz dürfen die Unfruchtbarkeit einer Frau und die Zeugungsunfähigkeit eines Mannes steuerlich nicht verschieden behandelt werden.
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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