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Archiv - Steuertipps 2009

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2009 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Aufwendungen für Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung zählen dazu...

Datum: 18.09.2009 | Rubrik: Werbungskosten
Kosten, die einem Steuerpflichtigen für ein Erststudium entstehen, können dann als Werbungskosten bei der Steuer geltend gemacht werden, wenn dem Studium eine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgegangen ist. In einem solchen Fall steht das seit 2004 geltende Abzugsverbot für Kosten von Erststudien und Erstausbildungen der Abziehbarkeit der beruflich veranlassten Kosten des Studiums nicht entgegen. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) klargestellt.

Nach der Rechtsprechung des BFH sind Aufwendungen für Bildungsmaßnahmen Werbungskosten, wenn ein Veranlassungszusammenhang mit einer, gegebenenfalls auch späteren beruflichen Tätigkeit besteht. Die ab 2004 geltende Regelung des § 12 Nr. 5 Einkommensteuergesetz (EStG) bestimmt nun, dass Aufwendungen des Steuerpflichtigen für seine erstmalige Berufsausbildung und für ein Erststudium im Rahmen der Einkünfteermittlung nicht abziehbar sind, wenn die Aufwendungen nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfinden. Sie können allerdings jährlich bis zu 4.000 Euro als Sonderausgaben abgezogen werden (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG).

Der BFH hat jetzt entschieden, dass § 12 Nr. 5 EStG kein Abzugsverbot für Werbungskosten enthält. Die Vorschrift bestimme lediglich in typisierender Weise, dass bei einer erstmaligen Berufsausbildung ein hinreichend veranlasster Zusammenhang mit einer bestimmten Erwerbstätigkeit fehle. Die Typisierung erstrecke sich nicht auf Steuerpflichtige, die erstmalig ein Studium berufsbegleitend oder in sonstiger Weise als Zweitausbildung absolvierten.

Geklagt hatte eine 1967 geborene gelernte Buchhändlerin. Sie hatte nach Abschluss ihrer Ausbildung zunächst ein Studium der Sonderpädagogik begonnen, allerdings wegen einer Schwangerschaft nicht beendet. 2002 nahm sie das Studium zur Grund-, Haupt- und Realschullehrerin auf. Das Finanzamt lehnte den Abzug der durch das Studium veranlassten Kosten als vorab entstandene Werbungskosten für das Streitjahr 2005 ab. Das Finanzgericht folgte dem.

Der BFH hob diese Entscheidung auf. Die Aufwendungen der Klägerin für das Lehramtsstudium seien beruflich veranlasst. Es bestehe ein hinreichend klarer Zusammenhang dieser Ausgaben mit späteren Einnahmen aus der angestrebten Tätigkeit als Lehrerin. § 12 Nr. 5 EStG komme nicht zur Anwendung, weil es sich bei dem Studium nicht um eine Erstausbildung gehandelt habe.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 18.06.2009, VI R 14/07
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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