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Archiv - Steuertipps 2007

Wir haben Ihnen Steueränderungen bzw. Steuerinformationen aus dem Steuerjahr 2007 hier zur Verfügung gestellt. Diese werden von uns nicht mehr aktualisiert. Sie dienen jediglich zu Ihrer Information.

Abzugsgrenzen bei doppelter Haushaltsführung konkretisiert...

Datum: 30.08.2007 | Rubrik: Wohnungskosten
Entstehen einem Steuerpflichtigen im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung Aufwendungen für eine Wohnung am Beschäftigungsort, ist der Abzug als Werbungskosten oder Betriebsausgaben nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 des Einkommensteuergesetzes auf "notwendige" Mehraufwendungen begrenzt. Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte bisher noch nicht geklärt, welche Höchstgrenze für diesen notwendigen Mehraufwand gilt. Diese Frage hat er jetzt entschieden.

Danach kann angesichts der von Ort zu Ort erheblich schwankenden Wohnkosten zwar keine generell geltende betragsmäßige Höchstgrenze genannt werden. Notwendige Aufwendungen liegen laut BFH aber nur insoweit vor, wie sie für eine Wohnung mit bis zu 60 Quadratmeter Wohnfläche und einem nach Lage und Ausstattung durchschnittlichen Wohnstandard am jeweiligen Beschäftigungsort entstehen.

Mit einem anderen aktuellen Urteil entschied der BFH weiter, dass diese Flächenbegrenzung auch nicht mit der Begründung überschritten werden kann, dass etwa ein Mangel an kleineren Wohnungen herrsche oder die Wohnungswahl eilbedürftig sei. Auch das Argument, dass zu der Wohnung ein Zimmer gehöre, das teilweise auch büromäßig genutzt werde, helfe nicht weiter. Erfülle das Zimmer allerdings die Voraussetzungen eines steuerrechtlich anzuerkennenden Arbeitszimmers, seien die dadurch entstehenden Aufwendungen gesondert zu beurteilen und in den gesetzlich für das häusliche Arbeitszimmer vorgesehenen Höchstgrenzen abziehbar.

In den Streitfällen ging es zum einen um einen Steuerpflichtigen, der am Beschäftigungsort eine etwa 93 Quadratmeter große Dreizimmerwohnung unterhielt und die dafür insgesamt angefallenen Kosten als notwendige Mehraufwendungen geltend machte. Zum anderen begehrte eine Steuerpflichtige für eine 57 Quadratmeter große Wohnung den Abzug von Werbungskosten. Der BFH verwies die Streitfälle jeweils an die Finanzgerichte zurück, damit diese auf der Grundlage weiterer Feststellungen prüfen könnten, ob die den Steuerpflichtigem tatsächlich entstandenen Aufwendungen für die Wohnungen die Grenze des Notwendigen überschritten, nämlich den Betrag, der sich für eine Wohnung mit einer Wohnfläche bis zu 60 Quadratmeter bei Ansatz eines ortsüblichen Durchschnittsmietzinses ergibt.

Bundesfinanzhof, Urteile vom 09.08.2007, VI R 23/05 und VI R 10/06
(Quelle: WISO SteuerNews)
 
 
 
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